Sonntag, 5. April 2015

[Gefunden im Web] - Growtainer nachgebaut

Gebt mal bei YouTube "Bucket Garden" oder "self watering container" ein und ihr könnt staunen über eine Vielfalt von Anleitungen, die einem ermöglichen, mit einfachsten Mitteln einen selbst bewässernden Pflanzcontainer zu bauen, der sich beispielsweise für Zeiten gut eignet, in denen man abwesend ist und keinen zum Gießen hat.
Ob Tomaten oder Gurken oder auch andere (Gemüse-)Pflanzen, bei entsprechender Größe des Containers können diese sich (natürlich bei geeignetem Standort) sehr gut entwickeln.

Warum noch Container, wo ich doch schon Hochbeete und Gewächshaus habe? Ganz einfach, weil ich den Hals nicht voll kriege ;) Zumindest ausprobieren muss ich es doch.

Mein Ausgangsmaterial
Wer sich am Aussehen von Mayonnaise-Eimern nicht stößt, sollte also mal bei der örtlichen Frittenbude vorbeischauen und fragen, ob leere Eimer übrig sind. Die nette Dame hinterm Tresen verwies mich gleich freundlich zum Stöbern an den großen Abfallcontainer hinter dem Haus. Und da war so einiges zu holen!

Meine 'Beute'
Gleich stapelweise 10l-Eimer - mein Gärtnerherz schlägt gleich begeistert höher! Außerdem gab es noch einige 20l Eimer (Lehmputz) von einer Baumaßnahme meiner Eltern. Endlich große, einigermaßen stabile Pötte, die man nach Belieben 'pimpen' kann. Und das Ganze kostenlos. Herrlich. So schön kann Müll sein. Ein schönes Beispiel für die drei R's (Reduce, ReUse, Recycle)...

Die Optik
Optisch werden sie meinem Mann vermutlich nicht gefallen, aber daran kann man ja noch arbeiten und sich kreativ austoben. Ich werde gerne darüber berichten, wie ich meine Eimer verschönere. Nun ja - der Zeitfaktor... Aber mal sehen.

Übrige Materialien
Außer den Eimern habe ich noch diese Dinge benutzt:
  • alte Joghurtbecher bzw. PET-Flaschen ohne Pfand (Saft)
  • Kabelbinder
  • Reste von orangenem Leer-Rohr, die unser Elektriker uns beim Bau hinterließ
  • meine bevorzugte Erdmischung

Vorgehensweise
Ich habe den Rand des Deckels mit einem Cuttermesser abgetrennt, ein kleines seitliches Loch als Durchführung für das Füllrohr und ein größeres mittiges Loch für den 'Docht' hineingeschnitten. Es ist nicht ganz einfach, aber man kann das Material doch recht gut mit dem Messer schneiden. Der Deckel wird unterhalb des mittigen Lochs mit einem gelöcherten Abschnitt einer PET-Flasche per Kabelbinder verbunden (= der Docht). Um das Gewicht der Erdmischung besser abzustützen habe ich unterhalb des Deckels rund herum noch einige Joghurtbecher (ebenfalls gelocht) aufgestellt.
Mit dem Akkuschrauber und einem Holzbohrer habe ich dann in den Deckel um das große Loch herum Luftlöcher gebohrt, ausserdem zwei Überlauflöcher seitlich in den Eimer auf Höhe des eingesetzten Deckels. Das Füllrohr habe ich unten seitlich aufgebohrt und durch den Deckel geführt, außerdem im oberen Bereich des Deckels mit Kabelbindern befestigt.

Arbeitsaufwand: pro Growtainer etwa ein halbe Stunde

Füllung
Gefüllt wird der Eimer mit einer Erdmischung, die das Wasser gut leiten kann - in den meisten Videos wird hier auf Torf verwiesen. Da dafür aber Moore abgebaut und damit Lebensräume vernichtet werden, werde ich meine Versuche mit Kokosfaserbriketts stattdessen in meiner Mischung machen. Der Docht, also der kleine mittlere Pott, der bis ganz unten ins Wasser-Reservoir reicht, soll ganz fest mit der Erdmischung verfüllt werden, damit sie das Wasser gut nach oben zu den Wurzeln leitet. Ich werde mal zwei verschiedene Ansätze verfolgen: einige Eimer auf die beschriebene Art und Weise mit Wasser versorgen und in einigen Eimern zusätzlich einen breiten Stoffstreifen zuunterst in das Wasserreservoir führen und diesen bis in das obere Drittel der Erdmischung reichen lassen, um möglicherweise das Wasser besser nach oben zu leiten.



Fazit zu den Ressourcen und zum Bau
Ich habe jede Menge kostenlose Materialien zusammenbringen können, um diese Super-Pötte zu bauen. Die verwendeten Kunststoffe sind gegenüber dem UV-Licht schon anfällig und werden nach etwas drei Jahren im Garten sehr brüchig. Spätestens dann landen sie also doch im Wertstoffkreislauf, wo sie entweder verbrannt und als Energieträger verwendet oder eingeschmolzen, granuliert und zu Recyclingkunststoffprodukten eingesetzt werden, z.B. für langlebige Zaunpfähle entlang von Autobahnen und Schnellstraßen oder für Parkbänke.

Aber zwischenzeitlich tun sie mir noch gute Dienste.