Mittwoch, 22. Februar 2012

Meine Wurmfarm - und meine fleißigen Mitarbeiter

Seit September 2011 bin ich stolze Besitzerin einer Wurmfarm. Ich hatte etwas recherchiert und habe mir dann "Worm Works" bei wurmwelten.de bestellt inklusive 1000 Würmer. Zunächst mal die Anleitung studieren - ja, auch für eine Wurmfarm gibt es Handbücher ;). Dann konnte es losgehen...

Leider habe ich von Set-Up keine Fotos gemacht. Den Ablasshahn für den sogenannten Wurmtee (vielleicht besser Wurm-Pipi?) montiert, die Kästen nach Anleitung ineinander gestapelt und das Wurmbett aus Kokosfaserblock, geschredderter Zeitung / Pappe bereitet. Dann habe ich als Gruß aus der Küche ein erstes Futter hinzugefügt und die Wurmis eingesetzt. Ganz schönes Gewusel. Ich habe viel Hoffnung darein gesetzt, dass die Kleinen sich bei mir wohlfühlen. Die ersten Nächte habe ich eine kleine LED-Lampe brennen lassen, um eventuelle Ausbrecher etwas 'abzuschrecken'. Entweder hat es keiner versucht, oder sie haben schnell wieder aufgegeben.

Der Standort
Die Wurmfarm ist bei mir im Hauswirtschaftsraum neben der Küche auf einem Regal untergebracht. Der Raum hat eine gleichbleibende Temperatur von ungefähr 20 - 22 Grad im Sommer und 16 - 17 Grad im Winter. Mir gefällt der  Standort ganz gut - die frischen Küchenabfälle sind schnell und sauber beseitigt, besser als raus zum Komposthaufen zu gehen. Allerdings stellte sich nach einiger Betriebszeit heraus, dass die Behältnisse nicht ganz dicht sind. Ein Glück, dass die Wand hinter dem Regal immer noch ungestrichen ist, der Wurmtee-Fleck ist aber schon lange getrocknet. Seitdem habe ich den Neigungswinkel der Farm etwas verändert, damit alles - wenn schon - vorne rausläuft, wo ich es besser auffangen respektive wegwischen kann. Es ist aber auch erst aufgekommen, nachdem ich die zweite Ebene der drei aufgesetzt habe. Alles nicht so tragisch.

Das Futter
Die Würmer sind einigermaßen anspruchslos - sie nehmen bis auf Zitrusfrucht- und Zwiebelgewächs-Schalen beinahe alles aus der Küche, allerdings gebe ich ihnen nicht viele gekochte Reste, nichts Gewürztes. Aber viel Schnippelreste, Obst- und Gemüseschalen, Salatrest-Blätter, Kohlreste, wenig altes Brot. Zum Start bekamen sie schönen, zum Teil schon recht gut verarbeiteten Laubkompost und altes Laub aus dem Wald. Ein Drittel des Futters soll auch aus Zellulosehaltigem bestehen, wie zum Beispiel geschredderter Zeitung oder Kartons. Das macht das Ergebnis schön fluffig und saugt überschüssige Feuchtigkeit in der Farm auf, damit nichts fault.

Die Bewohner 
Die Kompostwürmer der Art Eisenia foetida (u.ä.) fühlen sich scheinbar sehr wohl in der Farm. Außerdem kann man massenweise sogenannte Enchyträen sehen, winzige weiße Würmchen und zu Beginn gab es auch viele winzig kleine Krabbeltiere, eine Milbenart schätze ich. Deren Population hat sich aber mittlerweile eingependelt. Eine Assel düst auch immer mal wieder an der Oberfläche herum. Und wenn man nicht aufpasst und Obstreste nicht oder nur schlecht abdeckt, hat man auch schnell eine Riesen Kolonie Fruchtfliegen. Ist aber kein Problem die wieder loszuwerden. Alles in Allem aber angenehme, ruhige und sehr nützliche Hausbewohner. 

Der Output bzw. das Ergebnis
Wurmhumus => sieht aus und riecht wie gute, dunkle humusreiche Gartenerde, fein fluffig
Wurmtee =>  braune Flüssigkeit, die man frisch abzapft und mit Wasser verdünnt direkt zum Gießen nehmen kann

Der Aufwand
Einmal alle zwei Wochen nehme ich die oberen Kästen als Ganzes ab und kontrolliere die Auffang-Ebene. Dort sammelt sich der Wurmtee und auch noch feiner Wurmkompost, außerdem treffen sich dort im Untergrund die Würmer zu konspirativen Sitzungen... Manche begehen Selbstmord im Wurmtee, was zu sagen wir eher üblem Geruch führen kann, daher lege ich den Bereich also alle zwei Wochen trocken und nehme auch die trockeneren Bestandteile heraus. Die Würmer, die ich dort unten finde, werden freundlich begrüßt und wieder in die Arbeitsebene entlassen. Der entnommene Wurmkompost kommt Löffelweise zu den Zimmerpflanzen oder wird in Wasser aufgelöst, um alle meine Pflänzchen zu gießen. Bisher habe ich gute Ergebnisse und bin zufrieden damit.

Fazit
Super Sache, wenn man den Platz hat (manche haben ihre Wurmfarm sogar im Wohnzimmer hinter dem Sofa stehen, habe ich gehört - geht alles). Organischer-Dünger-for-free und gleichzeitig auch noch weniger Abfall, der herum steht und zu müffeln beginnt - klasse Sache.